Die Übungen

Die Suche nach immer wirksameren Übungen für Gesundheit und Wohlbefinden ist über 5000 Jahre alt. Die Übungen wurden zunächst von Meister zu Schüler weitergegeben (also 200 Mal) und auch die Meister tauschten untereinander ihr Wissen aus. So unterlagen sie ständigen Optimierungsprozessen und es entstand eine Synthese, die alle Anteile, die sich für die Organisation von Gesundheit als brauchbar erwiesen, integrierte.

Alle Übungen, die ich unterrichte, habe ich direkt von asiatischen Meistern gelehrt bekommen oder aus Büchern und Internet übernommen. Die Übungen entstammen vorwiegend der Richtung YANGSHENG DAOYIN deren bekanntester Vertreter Professor Zhang Guan De (Peking) ist, von Professor Jiao Guorui (zeitweiliger Repräsentant der Bonner Gesellschaft für Qigong) oder aus der einschlägigen Literatur, Josefine Zöllers Buch "Das Tao der Selbstheilung" allen voran.

Was bedeutet Yangsheng Daoyin?

Es gibt unterschiedliche Qi Trainingsmethoden mit sogar genau gegensätzlichen Anschauungen. Yangsheng bedeutet gesundheitsförderlich, Daoyin bedeutet Führen/Leiten. Durch Qigong sollte die Lebensenergie aus Daoyin Sichtweise nicht nur erschlossen werden, sondern auch gleichzeitig geführt/informiert werden. Daoyin Qigong referiert daher sehr gezielt auf die Leitbahnen und Akupunkturpunkte. Viele Übungen erscheinen daher kurios und kompliziert. Sie müssen eben geübt werden.


Körperliche Ebene
: Die Bewegungen sind eine Gymnastik, die die Muskulatur kräftigt, dehnt, die Gelenke dreht und lockert. In den Bewegungen werden Muskelgruppen in ihren Meridianverläufen sehr differenziert angespannt und, das ist der wichtigere Teil, entspannt. Das Drehen und Anflechsen der Gelenke stimuliert von innen die dortigen Akupunkturpunkte.  Diese Technik wirkt nicht nur auf die energetische, sondern auch auf die muskuläre Situation, schult unsere neurologische Ansteuerung und Kontrolle des Körpers. Blick, Finger, Zehen, Wirbelsäule. alles wird eingebunden. Die meisten Bewegungen werden vom Zentrum (Becken) angesteuert und gehalten, andere wieder isoliert. Ziel ist eine mühelose Beweglichkeit für den Alltagsbedarf und zwar bis ins hohe Alter. Blockaden in ihrer physischen Manifestation werden dem Körper nach und nach abtrainiert. Öffnende, schließende, hebende, senkende und spiralförmige Bewegungen regen unsere Energieumläufe an.

Mentale Ebene: Qigongübungen erfordern mentale Ruhe und emotionale Gelassenheit. Spaß ist nicht vonnöten, Lust bzw. Motivation ist unentbehrlich. Die Aufmerksamkeit gilt der Bewegungsqualität. Sie wird zeitweilig auf bestimmte energetische Zentren im Körper oder zu Akupunkturpunkten gerichtet. So wird die Wahrnehmung des Körpers trainiert, die eintausend Gedanken des Alltags werden fortgehalten um schließlich bei einiger Übung ein konkretes Gefühl für das körperliche! Qi zu entwickeln. Zur mentalen Übung gehört es auch sich von Ehrgeiz zu befreien und dennoch ernsthaft und zuversichtlich zu üben. 

Die Atmung: Die Atmung nimmt eine Vermittlerrolle zwischen bewussten und vegetativen Funktionen des Körpers ein. Die absichtliche Verlangsamung, Vertiefung und Rhythmisierung der Atmung im Qigong aktiviert alle regenerativen Vorgänge (Parasympatikus). In Abstimmung zu den Bewegungen und der geführten Aufmerksamkeit wird die Atmung genutzt: Einatmung zentriert das Qi zum Mittelpunkt hin, Ausatmung öffnet die Meridiane und befüllt sie.


Neben traditionellen Einzelübungen vermittele ich folgende Übungsreihen:

  • Qigong zur Stärkung von Knochen und Gelenken und zur Lockerung der Muskeln (Prof. Zhang, Peking)
  • Das 49er Leitbahnen Qigong zur Stärkung des Immunsystems (Zhang)
  • Die acht Brokate (Prof Jiao, Bonn/Zhang)
  • Die 18 harmonischen Formen des Taiji Qigong (traditionell)
  • Die 15 Ausdrucksformen des Taiji Qigong (Jiao)
  • Die acht allgemein gesunderhaltenden Übungen (Zhang)
  • Das innerlich nährende Qigong - die vier Regulationen (Zhang)
  • Qigong zur Regulation von Magen und Milz (Zhang)
  • Die 18 gesunderhaltenden Übungen des Kaisers Qian Long (Prof. Hu, Peking)