Überlegungen zum Thema Gesundheit                   

Gesundheit ist nicht nur die Abwesenheit von Krankheit. Gesundheit resultiert aus einem Zusammenspiel psycho/sozialer Einbindungen in Gesellschaft und körperlich/medizinischem Status, soweit die Definition der WHO. Gesundheit wird subjektiv empfunden und kann objektiv belegt werden. Auf welche Weise diese Polaritäten aber ineinandergreifen bleibt aus abendländisch/wissenschaftlicher Sicht weitgehend unklar. Nur der Volksmund belegt noch das Zusammenspiel körperlicher und psychologischer Zusammenhänge, wenn jemandem z.B. eine Laus über die Leber gelaufen zu seien scheint, Angst in den Knochen steckt oder man sich etwas zu Herzen nimmt ...usw.
Die Unklarheit des Wie dieses Zusammenhangs lässt sich Gesundheitsinteressierte vom Sport leiten, so wie die Sportmedizin den messbaren Nutzen belegt und vorgibt.

Eine Sache sollte jedenfalls klar ausgesprochen werden. Ohne Lebensgenuss, ohne Liebe, Schönheit, Lust und Lachen lässt sich Gesundheit nicht halten. Asketismus und pures Einhalten von Vernunftsregeln hat noch nie zum erwünschten Ziel geführt.

Der Sport 

Sport ist derzeit das probateste Mittel, um Gesundheit zu fördern. Mit Nachhaltigkeitsgedanken liegen die Möglichkeiten des Sports meiner Ansicht nach leider nur bei etwa 45%. Schaun wir doch mal etwas genauer hin: Durch die Steigerung von Atem- und Pulsfrequenz gerät ein Organismus grundsätzlich in den "Kampf- und Flucht" Modus und der ist nun mal STRESS! Dieser Stress muss dann umgehend durch Ausruhen kompensiert werden. Dieser Ausgleich klappt noch ganz gut bis zur Lebensmitte, fällt dann aber immer schwerer.....und ist überflüssig. (Sport in der Rehabilitation von Burn Out ist daher der größte Stuss!)
Sport ist zudem nicht in der Lage, emotionale Schieflagen, die es durchaus gibt, zu vermitteln, harmonisieren, entschärfen. Können wir durch Sport unsere psycho/sozialen Einbindungen verbessern? Unsere Bereitschaft zu Güte? Reaktionsmuster wie Ironie und Zynismus sich auflösen lassen, gegebenefalls Geiz, Maßlosigkeit, Prestigegeilheit und Eitelkeit in Gelassenheit umwandeln? Sport bemüht und bestätigt stattdessen immer wieder den (politisch gewünschten) Leistungs- und Konkurenzgedanken. 

Der Geist

Als wesentlich richtungsweisender in Sachen Gesundheit empfand ich meine Beschäftigung mit Sprachwissenschaft (Neurolinguistik, Neurowissenschaft, der gesundheitsorientierten Psychologie usw). Diese (westlichen) Wissenschaften weisen auf das Phänomen Bewußtsein hin. Hier werden die Markierungen gesetzt für alles, was wir als SINNVOLL erachten und was nicht. Aus dem Geist schöpfen wir unseren gesamten Lebensstil mit all seinen (im Sinne von Gesundheit und Krankheit) konstruktiven und destruktiven Verhaltensweisen. Hier ist die Frage: Wer wählt das richtige Maß im Verhalten aus? Ich? Das würde bedeuten, "den Bock zum Gärtner zu machen", die Apothekenrundschau mit ihrem neuesten Gesundheitshyp oder die Anderen oder sogar Mama ?   

Die Einheit von Geist und Körper 

Alles Geistige steht mit dem Körperlichen in Verbindung. Muskeltonus und Hautwiderstände, besonders die unbewusste Muskulatur (Kiefer, Rücken, Zwerchfell), erhöht (messbar) ihren Widerstand wenn sich emotionale  Zustände in einer Schieflage befinden. Die gesamte Haltung, die Art der Bewegung, Geruch, Stimmlage, Sprachtaktung usw. sind körperliche Manifestationen des Geistigen. Geistiges also durch Bewegung zu regulieren kehrt lediglich die Wirkungsrichtung um. Welche Bewegung aber ist in der Lage, auf unsere geistig/emotionalen Schieflagen gezielt ausgleichend und förderlich einzuwirken? Ohne diese qualitativen Zusammenhänge zu beachten kommen wir in der Praeventionsarbeit nicht dort hin, wo es lohnend ist, nämlich zu einem langen Leben in guter Gesundheit (nicht im Heim).